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Erntebericht Italien 2012 - Preissteigerungen erwartet

Erntebericht Italien 2012

Preise steigen in ganz Italien, durchschnittlich 50% für normale Weine und 30% für DO und IG

Für die neue Ernte wird in Italien ein neues Rekordtief erwartet. Das Minus von 8% gegenüber 2011, das bereits stark an der nationalen Weinproduktion zehrte, bringt in diesem Jahr die Menge unter die kritische Grenze von 40 Millionen Hektoliter. Dies sind die aktuellen Voraussagen der ISMEA und der Unione Italiana Vini, die auch deutlich machen, dass die diesjährige Reduzierung keine strukturellen Gründe haben wie z.B. die grüne Lese. Dürre und Hitze sind die wahren Verursacher des Mangels an italienischem Wein in den Kellern.

Besonders gravierend sind die Ernteausfälle im Nordosten mit dem Friaul bei -21%, Veneto mit -12%, Trentino-Südtirol und Emilia Romagna, die jeweils ein Minus von -10% verzeichnen. Auch im Nordwesten, in den Hauptproduzentenregionen Piemont und Lombardei wird ein wesentlicher Rückgang auf -8% bzw. -15% geschätzt.
Unterschiedlich fällt die Situation in Mittelitalien aus: -10% in der Toskana und -20% in Umbrien, während die angrenzenden Regionen Marken und Abruzzen etwa auf Vorjahresniveau bleiben und auch das Latium nur geringe Verluste verzeichnet. Im Süden werden die Mengenanpassungen in Apulien (-15%) begleitet von einer Erholung Kampaniens und besonders Siziliens. Auf der Insel wurde im Gegensatz zum letzten Jahr weniger grün gelesen, weshalb die Ernteschätzungen eingehalten wurden. Dank eines geringeren Krankheitsdrucks wird die Qualität der Trauben von gut bis exzellent eingestuft mit überdurchschnittlichen Zuckergehalten.

Ernte 2012 im regionalen Detail

Piemont ( – 8% )

Das Wetter beeinflusste alle Entwicklungsstadien im Weinberg. Auf einen sehr kalten Winter folgte ein unbeständiger Frühling. Die Blüte und der Beerenansatz waren normal, dauerten aber lange mit gemischten Ergebnissen, auch wenn diese im Durchschnitt gut waren.

Die Sommerhitze verursachte Probleme ab Mitte Juni mit einer schwülen Hitze, im Juli dann mit abwechselnd heißen und frischen Phasen. Durch die Dürre entstanden vor allem an den sonnigen Hängen Probleme, wo die Trauben welkten. Die Hitze führte generell zu starken Ertragsminderungen. Noch Ende Juli glaubte man an eine
normale Ernte, doch im August wurden die Karten neu gemischt und die Traubenreife beschleunigt, was wieder zu einer frühen Ernte führte: Die Trauben für die Sekte wurden bereits Mitte August gelesen, gefolgt von den weißen Rebsorten für die Stillweine. In den letzten Augusttagen wurde mit der Ernte für Brachetto und
Moscato begonnen, während Arneis, Cortese, Favorita und Erbaluce im September gelesen wurden. Eine gute Reife erreichten auch die frühen roten Rebsorten wie Dolcetto, deren Ernte Anfang September begann.

Der Regen in den ersten Septembertagen war eine „Wiederbelebung“ für die Weinberge und die Sonne der darauffolgenden Tagen ließen auf eine perfekte Reife auch für den Nebbiolo hoffen, dessen Ernte im September vorgesehen war. Vom Gesundheitszustand der Reben aus hielt das Jahr keine speziellen Probleme bereit, außer einigen Fällen leichter Peronospora im Mai und Juni sowie Oidium während der feuchten Tage.

Lombardei ( – 15% )

Sogar in der Lombardei war das hauptsächliche Problem die Dürre, die die Ernte besonders mengenmäßig beeinträchtigt. Die Qualität wird als gut bis sehr gut eingestuft. Die Verbreitung der Hauptkrankheiten bewegte sich im normalen Maß, wobei einige westliche Regionen von starkem Hagel betroffen waren.

Trentino-Südtirol ( – 10% )

Ziemlich signifikant sind auch die Verluste im Nordosten. Obwohl es große Unterschiede zwischen der Provinz um Bozen gibt, die etwa auf Vorjahresniveau oder leicht darunter liegt und Trento, wo die Verluste groß sind, erntet die Region in diesem Jahr etwa 1 Million Hektoliter. Im Trentino, wo die Wetterbedingungen günstiger waren, sind speziell in den Talsohlen Ernteeinbußen zu verzeichnen wegen
des geringeren Traubengewichts. Dies hat drei Gründe: den kalten Winter, die Fröste in den ersten Apriltagen und die Regenfälle im Juni, die die Blüte ungünstig beeinflusst haben. Der Gesundheitszustand ist exzellent. In Südtirol wird eine Ernte auf Vorjahresniveau oder leicht darunter erwartet. Die Schäden der Dürre sind hier nur gering, da die meisten Weinbergsflächen bewässert werden können.

Veneto ( – 12% )

Intensive Hitze und geringe Regenfälle hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Produktivität der Weinberge des Veneto, wobei die weißen Trauben stärker betroffen sind und man den Verlust auf 10 - 15% schätzt, für frühe Rebsorten sogar 30%. Bei den roten Trauben betragen die Einbußen nicht mehr als 10%.

Friaul ( – 10% )

Die verfrühte Blüte wurde gefolgt von anderen vorgezogenen Entwicklungsphasen, die teilweise von ungünstigen Wetterbedingungen gestört wurden. Der größte Schaden entstand dabei durch den außerordentlich knappen Niederschlag, der in manchen Gegenden sogar völlig ausblieb. Sehr günstig wiederum wirkten sich die Niederschläge Ende August aus, wodurch sich die Trauben zumindest teilweise erholten. Der Dürre konnte teilweise mit Notfallbewässerung entgegengewirkt
werden. In der zweiten Augusthälfte sorgten gute Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht für einen hohen Zuckergehalt und gute Aromen. 2012 wird als günstig bezüglich der Pfl anzengesundheit angesehen, deshalb werden gute Qualitäten der Trauben und Weine erwartet.

Emilia Romagna ( – 10% )

Geringer als erwartet fi el der Verlust in der Emilia Romagna aus. Wechselhafte Wetterbedingungen im Frühjahr beeinfl ussten die Vegetation und verursachten eine Verzögerung der Entwicklung, jedoch weitgehend ohne negative Auswirkungen. Die Verzögerung wurde wieder aufgeholt, sodass die Lese etwas früher als normal begann mit einer vollständigen Reife der Trauben. Die Dürre in den Monaten Juli und August hat sicherlich die Menge beeinträchtigt, besonders in den hügeligen Regionen, wo trotz der starken Schneefälle im Winter kein Wasser im Boden bevorratet werden konnte. Von den Ernteeinbußen ist die Emilia stärker betroffen, der Alkoholgehalt ist in diesem Jahr geringer als im letzten. Es wurden keine Krankheiten der Reben verzeichnet. Aufgrund der geringen Temperaturunterschiede fallen nach ersten Messungen die Säurewerte nicht besonders hoch aus.

Toskana ( – 10% )

In der Toskana beginnt die Ernte nach einer nie dagewesenen schwierigen Saison. Die Ernteverluste sind jedoch geringer als noch vor einigen Wochen erwartet, da man glaubte, die Dürre habe die Weinberge sehr viel stärker gefährdet. Insgesamt war der Gescheinsansatz sehr gut, die Blüte jedoch eher mittelmäßig. Sehr unterschiedlich fielen daher der Beerenansatz und der Reifebeginn aus. Der Alkoholgehalt wird mit wenigen Ausnahmen höher eingestuft als im letzten Jahr.

Umbrien ( – 20% )

Innerhalb Mittelitaliens trifft es Umbrien mengenmäßig am schlimmsten. Laut Experten war dieser Sommer der heißeste und trockenste der letzten 30 Jahre, was die Entwicklung der Trauben stark beeinträchtigte. Hinzu kam die intensive und lange Hitzeperiode. Die Situation in den Weinbergen Umbriens ist sehr unterschiedlich in Abhängigkeit der Umweltbedingungen und der Weinbaupraktiken.
Gute Böden, alte Reben, spätreifende Rebsorten und eine sorgfältige Bodenbearbeitung konnten die Auswirkungen von Wasserstress und Hitze mindern. Zusammen mit der guten Traubengesundheit wird dennoch eine gute Basis erreicht. Besonders leiden die weißen Rebsorten, z.B. das Gebiet Orvieto, wo hohe Produktionsverluste erwartet werden. Die Regenfälle Anfang September konnten die
Erwartungen wieder etwas nach oben korrigieren, es wird aber nicht genug sein, um diese schwache Ernte aufzuwerten.

Marken ( = )

Die Marken sind im Gegensatz dazu die glücklichste Region Mittelitaliens und stehen sogar im nationalen Vergleich vorne. Durch den milden, feuchten Frühling erreichten die Trauben einen Entwicklungsvorsprung von 10-15 Tagen im Vergleich zum Durchschnitt. Wetterkapriolen blieben aus und sowohl Austrieb als auch Blüte
waren mehr als zufriedenstellend, gefolgt von einem guten Fruchtansatz und Reife. Die guten Bedingungen hielten bis zur Lese an, die bereits etwa 10 Tage früher begann. Die Qualität ist exzellent, die Menge ist wahrscheinlich etwas höher als im vergangenen Jahr, das als kleinste Ernte des letzten Jahrzehnts in die Geschichte eingeht. Die Dürre in den Monaten Juli und August beeinträchtigte die Trauben wenig, besonders die autochthonen Rebsorten konnten das Wasser nutzen, das noch von den Schneefällen im Winter gespeichert war.

Abruzzen ( = )

Auch die Abruzzen können die letztjährigen Erntemengen bestätigen, die allerdings nicht üppig waren. Trotz später Kältephasen in einigen Regionen verliefen die ersten Entwicklungsphasen gut. Insgesamt berichtet die Region von einem Vorsprung von 4-5 Tagen, außer bei den frühen Rebsorten, die wegen der Sommerdürre erst
später als normal geerntet wurden. Die Trauben sind kleiner als im letzten Jahr. Insgesamt konnte dies aber durch den spätreifen Montepulciano ausgeglichen werden, der von den Niederschlägen Anfang September und den darauffolgenden Sonnentagen profitierte.

Kampanien ( + 5%)

Entschieden gegen den Trend ist Kampanien, wo die ersten Entwicklungsstadien hervorragend verliefen. Lediglich in der Reifephase traten einige Probleme durch die Dürre auf, die nur in einigen Gebieten von Regenfällen Ende Juli und September unterbrochen wurde.

Apulien ( –15%)

Es ist ein ziemlich schwieriges Jahr für Apulien, das unter der kritischen Marke von 5 Millionen Litern bleiben könnte. Allerdings ließ der Beginn der Vegetationsperiode einen komplett anderen Verlauf erwarten: Im Norden der Region waren sowohl die Blüte als auch der Fruchtansatz ausgezeichnet und nahmen einen guten Verlauf - solange bis die Reben auf die letzten Wasserreserven des Winters zurückgreifen mussten. Dann zeigten die lange Dürre und die extreme Hitze ihre Ergebnisse. Die frühen Rebsorten ernten Einbußen von 30%, während für die späten – besonders roten – Rebsorten der Regen Anfang September ein Wundermittel war. Der geringen Menge steht eine sehr gute Qualität gegenüber. Zumindest bis jetzt, weil die Trauben von Krankheiten und Schädlingen verschont blieben.

Sizilien ( + 7%)

Nach dreijährigen Rückgängen scheint Sizilien den Trend in die positive Richtung umzukehren. Dies ist nicht das Ergebnis einer glücklichen Insel im meteorologischen Sinne sondern von Einfl üssen, die außerhalb des Klimas liegen. Als erstes sind Rückgänge der grünen Ernte zu nennen. Dieses Jahr waren 3.500 Hektar von dieser Maßnahme betroffen, während es im letzten Jahr fast 13.000 Hektar waren. Hinzugefügt werden müssen Neuanlagen mit erstem Ertrag, abziehen muss man die Verwüstungen durch die Dürre. Blüte und Fruchtansatz verliefen gut, aber ab Juni entstanden die ersten Probleme durch den Wassermangel, die im Juli und August verstärkt wurden – nicht nur wegen der Temperaturen sondern vor allem wegen
deren anhaltender Dauer. Eine starke Dehydrierung der Pfl anzen trat auf, auf nicht-bewässerten Flächen und vor allem bei den internationalen Rebsorten verbunden mit einer konsequenten Reduzierung, jedoch nicht der Qualität. Die mittelfrüh reifenden Rebsorten wie Catarratto, Grillo, Inzolia, Grecianico, Nero d’Avola, Nerello Mascalese und Frappato haben das Wasser erst später aufgebraucht. Die Niederschläge Anfang September brachten sie zu einem normalen Reifetermin
zurück. Man erwartet eine sehr hohe Qualität dank des günstigen Wetters und damit gesunden Trauben.

Sardinien ( = )

Stabil ist die Produktion in Sardinien. Für diese Region ist allerdings zu betonen, dass obwohl die gleichen Erntemengen wie 2011 erreicht wurden, dies nicht mit einer üppigen Ernte gleichzusetzen ist. Letztes Jahr hatte Sardinien knapp unter 500.000 Hektoliter produziert, 27% weniger als in den vorausgegangenen 5 Jahren. Nach einem guten Start in die Vegetation verzeichnete man guten Austrieb und Blüte, obwohl das Wetter für beträchtliche Verrieselung sorgte, die besonders an der repräsentativsten Rebsorte Sardiniens zehrte, dem Vermentino. Für die anderen Kernrebsorten wie Cannoneau, Carignano und Monica werden gute Qualitäten und
Quantitäten erwartet. Für den weißen Nuragus wird sogar mit höherer Menge und Qualität gerechnet als im Vorjahr.

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